9/11

Morgen jährt sich einer der schwärzesten Tage der Geschichte.
Wo wart ihr am 11.September 2001?
Was habt ihr erlebt an diesem Tag?
Ich kann mich an kaum einen Tag so deutlich erinnern, wie an den 11. September vor 14 Jahren, dem Tag der Angriffe auf das World Trade Center und das Pentagon, dem Tag, an dem Unvorstellbares greifbar wurde und der unendliches Leid nach Amerika brachte.
Es war kurz vor neun Uhr morgens, als die hektische Betriebsamkeit, die zu dieser Uhrzeit in dem Büro, in dem ich damals arbeitete, schlagartig aufhörte. Kein Telefon klingelte mehr. Nicht eines.
Wir alle hatten die ersten Agenturmeldungen auf dem Bildschirm, riefen sie uns zu, jeder hörte auf zu arbeiten und ging in einen Raum, in dem bei einer Kollegin ein kleiner Fernseher stand. Er lief, schlechtes Bild … und wir sahen die ersten Bilder vom Nordturm des WTC, in das das erste Flugzeug eingeschlagen war.
Fassungslosigkeit, Ungläubigkeit.
Wir konnten nicht glauben, was wir da sahen.
Wenige Minuten später dann schlug das zweite Flugzeug in den Südturm ein. Immer und immer wieder wurden die Bilder wiederholt. Eine halbe Stunde später wurde das Pentagon getroffen.
Es war bis dahin eine gespenstische, fühlbare Ruhe im ganzen Haus.
Langsam löste sich bei uns, bei mir die Starre, wir fingen alle wieder an zu funktionieren und uns wurde bewusst, was die Ereignisse in den USA für unsere Arbeit bedeuteten.
Ich hastete an meinen Schreibtisch zurück und blockierte Plätze auf Flugzeugen Richtung New York und Washington zu unterschiedlichsten Uhrzeiten an den darauffolgenden Tagen für Kollegen, die nun ganz schnell in die USA mussten. Ich ahnte da noch nicht, dass schon wenig später nichts mehr ging und der Luftraum über den USA gesperrt wurde. Meine Kolleginnen buchten Zimmer in verschiedenen Hotels. Uns war klar, dass die Weltpresse bald in Hundertschaften anreisen wird und alle Flugverbindungen und Hotels in New York und Washington ausgebucht sein werden.
Es gelang mir noch, ein Team auf einer Flugverbindung über Reykjavik nach New York zu buchen, aber wir befürchteten, dass auch sie nicht aus Frankfurt wegkamen. Das Team kam alle zwar in Reykjavik an, hing dann aber fest und kamen von dort erst zwei Tage später weg und in New York an.
Dann erfuhr ich, dass eine enge Kollegin aus meiner Abteilung gerade in New York war. Wir versuchten lange erfolglos, sie zu erreichen. Irgendwann rief jemand „Sie hat sich gemeldet, alles gut!“. Später erzählte sie, dass sie mit ihrer Freundin die Nacht nach den Angriffen draußen verbracht hat. Sie hatten beide Angst, sich in einem Hotel, in einem geschlossenen Raum aufzuhalten. Zwei Tage zuvor war sie noch auf der Aussichtsplattform auf einem der beiden Gebäude. Welche Ängste sie durchlebte, kann man sich nur schwer vorstellen.
9/11 – ein fürchterlicher Tag. Am Nachmittag des Tages konnten wir alle nichts anderes mehr tun als warten, was die Kollegen aus den USA berichteten und uns die unglaublichen Bilder ansehen.

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