Faszinierende Menschen …

Faszinierende Menschen.
In meinem Leben.
Menschen, die mich weiter gebracht haben, die wirklich wertvoll für das Innen, nicht das Außen waren oder sind. Der Gedanke beschäftigt mich seit gestern. Es gibt nicht viele.

Mir fällt dazu ein Text ein, den ich vor ein paar Jahren mal geschrieben habe:

Neulich fiel mir beim Putzen aus meinem Bücherregal ein Buch entgegen. Es stand nicht wie die anderen in Reih und Glied – es lag quer. Irgendwie wie gerade gelesen und doch hatte ich es bestimmt gefühlte 20 Jahre nicht mehr in den Fingern:

Mascha Jirsa – „Das Glück“.

Mascha….. Ich hab sie so viele Jahre nicht mehr gesehen und doch denke ich immer wieder an diese beeindruckende Autorin und (Dokumentar)Filmemacherin. Wir lernten uns beruflich bedingt vor etwa 20 Jahren (mittlerweile sind es fast 30 Jahre) kennen, freundeten uns an, besuchten einander – sie wohnte damals in einem wunderschönen Häuschen am Ammersee.

Es muss in meiner Erinnerung kurz nach Fertigstellung ihres Buches gewesen sein, als ich sie das erste Mal traf.

Dieses Trennungsbuch (auch ein Schlag der Befreiung von einem Stück Vergangenheit), geschrieben infast unerträglicher Trauer, mit soviel Schmerz, Tränen und Wut, erzählt die Geschichte einer großen, leidenschaftlichen Liebe zu Paul.

Mascha hatte mir diese Geschichte – bis sie mir das Buch geschenkt hat, an vielen Abenden bei vielen Gläsern Rotwein bei mir zu Hause, an ihrem Kamin, in ihrem Garten erzählt. Sie hat mich so oft gefragt, warum ausgerechnet sie diese in ihren Höhen und Tiefen so schmerzvolle Leidenschaft erfahren musste (und durfte) und an ihr fast zu Grunde gegangen ist.

Ich kannte Paul ebenfalls. Ein entfernter Kollege (der natürlich nicht wirklich so hieß und der schon lange nicht mehr lebt). Wieoft war ich damals versucht, ihn anzusprechen und ihm hunderte von Fragen zu stellen, die mich damals intensiv beschäftigten.

Ich war damals so naiv – im besten Sinne.

So unerfahren im Umgang mit so viel Schmerz.

Trotzdem suchte Mascha meinen Rat, mein Ohr, ließ mich teilhaben an ihremInnersten, an ihrer Verzweiflung.

Mascha ist die intensivste, anspruchsvollste Person – Freundin, die ich bis jetzt in meinem Leben kennengelernt habe. Sie forderte meinen Geist, strengte mich an, beflügelte mich aber auch und machte mir Mut, Entscheidungen zu treffen und etwas zu wagen.

Wir haben uns aus den Augen verloren.

Meine Schuld.

Sie hat mich oft gesucht, aber ich bingeflüchtet aus Angst, ihren Ansprüchen an meinen Intellekt nicht gerecht werden zu können.

Ich bin froh, dass ich sie kennengelernt habe.

Mascha ist vor ein paar Jahren nach Portugal ausgewandert und züchtet dort Pferde.

Im letzten Jahr haben wir uns übrigens wieder gefunden und einen schönen Abend bei gutem Essen, gutem Wein und einem guten Gespräch über unser Damals und unser Heute verbracht.

 

 

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