Tante Mo

Könntest du?

„Könntest du dir vorstellen, eine wöchentliche Kolumne, hm …?“ begann die E-Mail.

„Nu hamse mich am Wickel“ <– Mein erster Gedanke mit einer gefühlten Mischung aus Freude und Panik.

„… Da hatten wir die Idee, dass so ein kleiner Schwank aus dem Leben z.B. etwas wäre … einfach was gut beobachtetes, fein erspürtes, schön geschriebenes – aus dem Leben“ .

„Tante Mo’s Wort zum Montag“ – kein allzu schlechter möglicher Titel.

Jeden Montag. Oukäääi …. auch alle 14 Tage.

„Lass uns mal drüber reden …“

Klar kann ich

Klar kann ich mir das vorstellen. Und klar weiß ich, dass ich es kann und logisch werde ich das mit viel Freude tun. Und sowieso fällt mir immer was zu erzählen, zu beleuchten, zu fragen ein, gar kein Thema. Irgendwie hab ich schon immer …. ja: befürchtet, dass mich früher oder später jemand bittet, etwas zu schreiben, das in die Öffentlichkeit getragen wird und irgendwie hoffte ich dennoch, dass mich keiner … bemerkt.

Das, was ich bisher geschrieben habe, habe ich für mich geschrieben. Gut:  Hier, in diesem Blog, das ist alles andere als „für mich, das ist alles öffentlich – bis auf den einen Zweig rund um Doris, aber ich dachte immer, die paar Leute, die das hier lesen oder die vorher das gelesen haben, was ich auf Facebook von mir gegeben habe, die machen sich darüber keine Gedanken, es amüsiert sie vielleicht insgeheim, aber wirklich ernst nimmt das Geschreibsel niemand.

Dass meine Schreibe offensichtlich so gut ist, dass sie wirklich so richtig ans Tageslicht und von einigen hundert – ein paar tausend – Menschen gelesen werden soll und kann, freut mich doch sehr. Und gleichzeitig beschleicht mich Panik. Ich hab so etwas noch nie gemacht. Mein Name wird an der Stelle, an der es veröffentlicht wird, sicher nicht geheim bleiben.

Darf ich?

Darf ich so etwas wirklich? Und was darf ich genau? Darf ich auch mal ein bisschen einen Finger in die ein oder andere Wunde legen? Wie spitz dürfen kleine ironisch-sarkastische Pfeile sein, die ich ganz sicher da und dort werde abschießen müssen, wenn es mir aus der Feder fließt? Trete ich mit meinen Worten womöglich jemandes Haustür ein? Obwohl – das muss mir egal sein, denn manchmal muss ein Wecker besonders laut klingeln, damit die, die pennen, wach werden, nicht wahr? Und ganz sicher werden die Texte vorher noch von jemandem gelesen, der mich wohlmeinend an der ein oder anderen Stelle ein wenig einbremst. Das muss auch sein.

Dennoch: Puh!

Ein Gedanke zu “Tante Mo

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